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Vokabeln für Klugscheißer*innen – Ein Leben voller Möpse

Aneta Jarniewicz



Der Mops
, ein scheinbar kleines Wort und so viele Möglichkeiten! Diese hässlich-schöne Hunderasse interessiert nur Wenige. Doch ihr Name birgt eine lexikalische Fülle. Schauen wir kurz darauf:

  • der Mops ist ein dicker kleiner Hund und ein dicker kleiner Mensch
  • der Mops, die Möpse (Geld), eher Kleingeld,
  • die Möpse, nur im Plural auftretend bezeichnen auch die weibliche Brust
  • mopsen – steht für sich langweilen. Langweilen sich die dicken Menschen mehr als die dünnen?
  • mopsen – auch eine Kleinigkeit stehlen/klauen
  • mopsig werden – frech werden
  • möpseln – bedeutet schlecht, muffig riechen
  • noch dazu haben wir das Wort mopsfidel (pudelwohl), was fröhlich, gut gelaunt bedeutet und den Charakter der verspielten Hunderasse wiedergibt

Einige der oben genannten Begriffen bezieht sich auf das Äußere des Hundes und spielen auf dick und klein an. Aber was zum Teufel hat der Mops mit der Langeweile, Diebstahl oder schlechtem Geruch zu tun?

Versuchen wir, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Geschichte des Mopsvölkchens ist älter als das Christentum und führt uns ins sechste Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung nach China. Dort lebten die kleinen Hunde in kaiserlichen Palästen. Die Legende besagt, dass die Chinesen von den Falten auf dem Mopsgesicht prophetische Glückszeichen ablesen konnten. Besonders beliebt waren die Exemplare, deren faltige Schnauzen das Schriftzeichen Fürst formten. Irgendwann im 16. Jahrhundert ist der Mops nach Holland gekommen und wurde prompt zum offiziellen Hund der herrschenden Familie. Das geschah erst, nachdem ein besonders mutiger Mops den Fürsten mit Kläffen vor einem Attentat bewahrte. Als der nächste Prinz den holländischen Thron bestieg, begleiteten ihn in Nationalfarben geschmückte Möpse.

Hier fängt unser sprachliches Abenteuer an. Schon bevor die Hunderasse nach Europa kam, gab es in der niederländischen Sprache das Wort mop, das einen primitiven, mürrischen Menschen beschrieb. Auf Deutsch nannte man damals träge und unfreundliche Personen Mops. Da die Mopsschnauze den Europäern – anders als den Chinesen – grimmig und unzufrieden erschien, haben sie den Namen auf den Hund übertragen. Interessanterweise heißen die Hunde auf Englisch Pug, vom Lateinischen pugnus (Faust), und auf Italienisch carlino, vom Namen eines Komödianten (Carlo Bertinazzi), der eine Hundemaske trug.

Davon scheinen die Wendungen mopsig sein (frech sein), oder mopsen (sich langweilen) abgeleitet zu sein. Doch nachdem die Hunde sich verbreitet hatten, waren offensichtlich andere äußere Merkmale wichtiger. Die kleine dickliche und robuste Gestalt des Mopses und  sein Name wurde  auf alles Dicke und Rundliche übertragen, darunter auf die Brüste, kleine, dicken Menschen und auf mopsige Gesichter, die auf Münzen abgebildet wurden (Mops-Geld).

Im 18 Jahrhundert gab es in Frankreich und in Deutschland einen Mopsorden, eine Art Freimaurer-Bewegung, an der auch Frauen beteiligt waren. Der Orden war geheim und seine Mitglieder trugen als Erkennungszeichen auf der Brust versteckt ein Medaillon, auf dem als Symbol für Treue und Mut ein Mops abgebildet war. Vielleicht war das der Moment, in dem die Ordensbruder den Frauen auf die Brust (Möpse) gestarrt haben, um eine Seelenverwandte zu identifizieren und den Mops zu finden.

Möpseln in der Bedeutung schlecht riechen hat mit dem Hund nichts zu tun und ist auf stinkiges muffen zurückzuführen. Noch interessanter ist die Herkunft von mopsen (klauen), die wahrscheinlich von dem Wort Mop (Besen) stammt. Mit dem Besen wischen wir was weg, in übertragener Bedeutung wir beseitigen es oder nehmen es an uns.

Wie man sieht, ist die menschliche und hündische Geschichte eng miteinander verwoben. Und zum Schluss möchte ich den Klassiker zitieren: Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. (Loriot) Trotzdem sollten auch wir Mopslose, die Hoffnung nicht verlieren.

 

Mein Mops mag manche Möpse

manchmal mopst mich mein Mops

mal möpselt mein Mops minimal

meistens mopst mein Mops mein mütterliches Mitgefühl

 

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Kennen Sie die Vokaltreppe?

Die Phonetik führt manchmal im Unterricht ein Schattendasein. Das hat verschiedene Gründe, zum einen gehören phonetische Übungen nicht unbedingt an den Anfang eines Sprachkurses, wenn noch gar kein Wortschatz erworben wurde, zum anderen kostet es den einen oder anderen einige Überwindung, einen Explosivlaut mit Eifer auszusprechen, wenn dabei die Gefahr besteht, seine Sitznachbarn einem Regen aus Spucke auszusetzen. Auch wird ihre Bedeutung gelegentlich von Lehrenden und Lernenden unterschätzt, aber – wie wir wissen – nicht von den Zuhörenden in einem Gespräch. Bekanntermaßen stört einen ein fehlender Akkusativ weniger als ein zu kurz gesprochener, aber langer Vokal, es kann sogar zu Bedeutungsunterschieden führen, wie wir aus Erfahrung wissen und neben einiger Erheiterung können solche Missverständnisse auch für Hemmungen beim Sprechenden sorgen. Phonetik unterrichten wir deshalb immer wieder und bis ans Ende unserer Sprachkurse. Hier gewähren wir einen kleinen Einblick in unsere Arbeit.

Phonetiktraining im Gruppenkurs Deutsch zum Herunterladen PDF

CJ

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10 kreative Tipps zum Sprachenlernen

 

Hejka! Ich bin Aleksandra, Dozentin für Deutsch und Polnisch bei Berlinek. Ich zeige Ihnen, wie Sie eine Fremdsprache kreativ lernen können! Sagen Sie ‚Tschüss’ zum langweiligen Bücherstudieren und ‚Hallo‘ zur spannenden Sprachreise!

 

Die besondere Zeit kannst du zu Hause auch sehr gut nutzen!
Wir haben für dich die 10 kreativsten Tipps zusammengestellt, so dass du an deiner Fremdsprache auch zu Hause arbeiten kannst! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

1. Koche in einer Fremdsprache 👩‍🍳

  • Lerne die Küche  und somit auch die Kultur eines anderen Landes kennen
  • Benutze Rezepte aus den  fremdsprachigen Kochbüchern/Internetseiten.
  • Beschreibe dein Essen in einer Fremdsprache
  • Schreibe selbst Kochrezepte in einer anderen Sprache und lasse sie nachmachen (mal gucken, was daraus entsteht )

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2. Schaue Filme/Serien/Theaterstücke etc. in der Originalsprache an 🎞

  • Stell die Untertitel in der Originalsprache an, falls es dir noch schwer fällt, alles zu verstehen
  • Lies Rezensionen über Filme in einer Fremsprache

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3. Skype/Chatte mit Menschen aus anderen Ländern 👩🏼‍💻 ⠀⠀

  • Schaue dir Theaterstücke an!
  • Skype oder chatte mit deinen Freunden in einer Fremdsprache
  • Suche dir neue Freunde auf unterschiedlichen sozialen Medien aus anderen Ländern und sprich mit ihnen in deren Sprache!
  • Kommentiere Fotos in den sozialen Medien in einer Fremdsprache

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4. Höre Hörbücher 👂 ⠀⠀⠀⠀

  • Suche dir ein paar Bücher aus, die es auch als Hörbuch gibt!
  • Nimm zuerst Bücher, die du schon in deiner Muttersprache kennst. So wird es einfacher das Buch in einer Fremdsprache zu verstehen

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5. Höre Podcasts zu unterschiedlichen Themen 🎧 ⠀

  • Höre Podcasts zu unterschiedlichen Themen in einer Fremdsprache
  • So kannst du nicht nur deine Sprache verbessern (Hörverstehen), sondern auch dein Allgemeinwissen

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6. Höre Musik 🎶 und analysiere die Texte ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

  • Wenn du Musik hörst, lies dir dabei auch die Texte durch und analysiere die Sprache
  • Merke dir neue Wörter oder sogar ganze Sätze

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7. Ändere die Sprache deines Handys 📱 (merke dir bitte nur, wie du das zurücksetzen kannst! 😉) ⠀

  • Du benutzt dein Handy jeden Tag – warum nicht in einer anderen Sprache? Auch so lernst du neue Wörter
  • Merke dir nur bitte, wie du die Einstellungen zurücksetzen kannst!

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8. Mache Sport in einer Fremdsprache 🧘🏼‍♀️

  • Mache Sport und gucke dir dabei Workout Videos in einer Fremdsprache an
  • So merkst du dir die Wörter schneller und besser

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9. Schreibe ein Tagebuch 📓 ⠀⠀⠀⠀

  • Beschreibe deinen Tag in einer Fremdsprache
  • Übe so die Vergangenheitsformen
  • So kannst du deinen Wortschatz üben und festigen (z.B. Tageszeiten, Tage, Tagesablauf, Uhrzeiten etc.)
  • Beschreibe alles so deitalliert wie möglich!

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10. Spiele verschiedene Spiele 🎯🧩🎮(Brettspiele,Computerspiele etc.) in einer Fremdsprache

  • Spiele Brettspiele in anderen Sprachen
  • Sprich währenddessen mit den Mitspielern in einer Fremdsprache
  • Spiele Computerspiele, die eine Geschichte in einer anderen Sprache erzählen
  • Tausche deine Erfahrungen und Eindrücke mit anderen Spielern aus

AO

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Alphabetisierung in der Erwachsenenbildung

„Aber wenn ich was verstanden habe, bin ich gewachsen, dann bin ich wie Sonne.“
(Kursteilnehmerin)

In einer überwiegend schriftsprachlich geprägten Umwelt wird man sich selten bewusst, was es eigentlich heißt, nicht schreiben und vor allem nicht lesen zu können.
Stell dir vor, in Berlin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein und nicht lesen zu können, die Zahlen nicht zu kennen. Was für ein Gefühl muss das sein?
Unendlich viele andere Situationen fallen mir ein, wo ich aufgeschmissen wäre, wenn ich nicht lesen könnte.
Welche Strategien man wohl entwickelt, um trotzdem im Alltag klarzukommen.
Stell dir vor, du lernst als Erwachsene/r lesen und schreiben, aber nicht in deiner Muttersprache, sondern in einer neuen Sprache.

Was für eine Lernaufgabe, das Ziel in so weiter Ferne. Welchen Willen es braucht, dorthin zu gelangen.
Im Gespräch mit unserer Dozentin Anne-Marie Lorenz haben wir erfahren, was für eine Lebensaufgabe das ist,
nicht nur für die Lernenden, auch für sie selbst als Lehrende, sagt sie.
In ihrem Vortrag, den wir hier in Auszügen veröffentlichen, geht sie genauer darauf ein.

Am 9.Juni 2012 veranstaltete WIS (Wissenschaftliches Privatinstitut für Integration und Sprache) eine Fachtagung zum Thema „Integration analphabetischer Migrantinnen und Migranten als Herausforderung für Forschung und Praxis“ an der Freien Universität Berlin, zu der Fachreferenten aus verschiedenen Arbeitsbereichen eingeladen waren. Der Vortrag, den Anne-Marie Lorenz im Rahmen der Veranstaltung hielt, ist in vielen Punkten auch heute noch aktuell.

Bei Interesse kann der gesamte Vortrag als pdf zugeschickt werden.
Anfragen bitte an post@berlinek.de